Innsbrucker Doktorand schreibt Dissertation über Nevfel Cumart

Logo der Universität InnsbruckAn die zwei Jahre seines Lebens hat er fast auschließlich auf diese Arbeit verwendet; kürzlich war es nun endlich so weit, dass Bernd Juen seine Dissertation im Rahmen seines Literatur- und Kulturwissenschaftsstudiums an der Leopold-Franzens-Universität zu Innsbruck einreichen konnte. Ihr Thema: »Das Motiv des Zwischen-den-Welten-seins in den Gedichten Nevfel Cumarts«.

Allein der reine Text, ohne das (umfangreiche) Inhaltsverzeichnis, Quellenangaben und Danksagungen, erstreckt sich schon über 375 Seiten und reicht von grundsätzlichen Erläuterungen zu Inter- und Transkulturalität, Interkultureller Literaturwissenschaft und Migrationsliteratur über die Bereiche »Der Dichter Cumart« und »Der Mensch Cumart« bis zu einzelnen Gedichten, die er einer sorgfältigen Analyse unterzieht.

Juen hat einige Jahre in den Bereichen Migration, Flucht und Integration gearbeitet, sei es als Deutsch-Trainer, als Integrationsbeauftragter oder auch als Betreuer für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sein Interesse am Thema »Zwischen den Welten« ist insofern nicht nur akademisch, sondern auch praktisch verankert. Besonders an seiner Dissertation ist auch, dass der Doktorand während seiner Arbeit immer wieder in engem Kontakt mit Cumart stand, sowohl per Telephon und E-Mail, als auch im Sommer 2018 persönlich für ein langes und ausführliches Interview. Kennengelernt hatte er den Dichter während dessen Poetik-Professur 2012 an der Innsbrucker Uni.

Er kommt zu dem Schluss, Cumart erweise sich »als derart facettenreich, dass man ihn nicht einfach einer literarischen Strömung zuordnen kann. Gleichzeitig verdeutlicht auch dieser Befund, wie es Cumart literarisch und menschlich gelungen ist, seiner einstigen Gespaltenheit Herr zu werden, nämlich dadurch, dass er auch formal betrachtet Hybridität hochleben lässt und Gedichte schreibt, die in Treppenversform nach Hikmet eine konkrete Lebenssituation wie bei Erich Fried zum Ausdruck bringen, das Deutsche und das Türkische, Orient und Okzident (im Goethe’schen Sinne) sich vermischen.«

Inzwischen stehen auch einige Informationen zur Doktorarbeit auf der Website der Leopold-Franzens-Universität.


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