Schreibwerkstatt in Weiden

Logo der Europa-Berufsschule WeidenNicht Jugendliche einer allgemeinbildenden Schule waren es diesmal, mit denen Nevfel Cumart in seiner jüngsten Schreibwerkstatt arbeitete. Vielmehr waren es Studierende der Arabisch-Dolmetscher-Akademie in Weiden/Oberpfalz, die »jenseits des Schulgeschehens« Gelegenheit bekommen sollten, sich schreibend mit ihrem eigenen Leben zu beschäftigen. Oder, wie es die Schule in ihrem Konzept ausdrückt: »Eine mangelnde Schreib- und Lesekompetenz kann der Ausgangspunkt vielfältiger und lebenslanger Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sein (…) In der Schreibwerkstatt sollen sich Jugendliche aus verschiedenen Kulturen treffen, um sich gemeinsam kreativ und spielerisch der deutschen Schriftsprache zu nähern.«

Nevfel Cumart bei der Schreibwerkstatt in WeidenCumart war daran gelegen, den Schülern einen geschützten Raum zu bieten, in dem weder literarische Meisterwerke erwartet wurden, noch äußere Einflüsse stören konnten; so waren beispielsweise die Lehrer und ihre kontrollierende Beobachtung weitgehend ausgeschlossen, damit das Schreiben vor allem »Vertrauen in das eigene Können schaffen« und »die Freude am Schreiben eigener Texte gefördert werden« konnte, wie es im Konzept heißt.

Die Themen der Schreibwerkstatt orientierten sich am Fluchthintergrund der Studierenden, »Leben in der Fremde« oder »Woher ich komme« waren die Impulse für Texte, die Cumart selbst als »sehr bewegend« empfand. Auch Allgemeineres wurde be-schrieben, wie «Was finde ich schlimm in meinem Leben?« oder »Was bereitet mir Freude?« Vor allem die Familie spielte immer wieder eine große Rolle – denn, wie es Cumart ausdrückte: »Wer verlässt schon freiwillig seine Heimat?«

Die Texte sollen im Jahresbericht der Fachakademie veröffentlicht werden. Die Zeitung »Der neue Tag« berichtete über die Schreibwerkstatt (PDF-Download), und auch online finden sich einige zusätzliche Informationen.


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