Currently Browsing: Rezensionen

Nevfel Cumart als Literaturkritiker

Als Schüler begann Nevfel Cumart in Stade erste journalistische Texte zu verfassen, die in der örtlichen Presse veröffentlicht wurden. Als Schwerpunkt dieser Arbeiten kristallisierten sich im Laufe der Jahre Literaturkritiken heraus. Seit 1992 leitet Nevfel Cumart die Literaturredaktion des Bamberger Stadtmagazins »Fränkische Nacht« und ist freier Mitarbeiter im Feuilleton der Zeitungen »Fränkischer Tag« und »Nürnberger Nachrichten«. Hier können Sie einige seiner Rezensionen aus der letzten Zeit lesen:

Najem Wali: »Bagdad … Marlboro. Ein Roman für Bradley Manning«

 

In der Düsternis der Frontnacht

Najem Wali erzählt über die Hölle des Kriegs

Der Iraker Najem Wali, der 1956 in Basra geboren wurde und 1980 bei Ausbruch des iranisch-irakischen Kriegs nach Deutschland floh, ist wahrhaftig kein bequemer Autor. Er wollte auch nie einer sein, denn sonst hätte er für seine Bücher andere Stoffe ausgesucht. In seinem Roman »Die Reise nach Tell al-Lahm« (2004) geht es um Militär, Politik und Jungfräulichkeit und die Rolle der irakischen Offiziere, die im Krieg im Irak viele unschuldige Mädchen verführt, gar vergewaltigt haben. Das kritische Buch wurde im Irak und in einigen anderen islamischen Ländern verboten, avancierte dennoch unter der Hand zu einem Kultbuch.

Für ebenso viel Aufsehen sorgte auch Walis Roman »Reise in das Herz des Feindes. Ein Iraker in Israel« (2009), das allein durch seine Existenz ein Novum in der Geschichte der arabischen Literatur ist. Allein schon die Tatsache, dass man als Araber Israel bereist, gilt in vielen islamischen Ländern als Verrat. (mehr …)

Nadifa Mohamed: »Garten der verlorenen Seelen«

 

Die Sonne in einem Brunnen löschen

Eine packende Überlebensgeschichte dreier Frauen in Somalia

Was soll man über Somalia schreiben? Unbeschreibliche Armut, Naturkatastrophen, anhaltende Bürgerkriege, schiere Not und spektakuläre Piratenüberfälle vor der Küste kommen einem in den Sinn. Viel Gutes gibt es nicht zu berichten über dieses Land am Horn von Afrika, das seit seiner Unabhängigkeit 1960 mehr oder weniger zersplittert ist, seit mehr als 20 Jahren keine funktionierende Zentralregierung aufweist und nur in einer Kategorie weltweit den ersten Platz belegt: Korruption. Sicher scheint in Somalia gar nichts zu sein. Auch die Einwohnerzahl nicht, die niemandem bekannt ist und irgendwo zwischen sieben und zwölf Millionen Menschen schwankt. Diesen »gescheiterten Staat« als Schauplatz eines Romans zu wählen, ist mehr als gewagt. (mehr …)

Elif Shafak: »Ehre«

 

Wenn Tradition zur Tragödie führt

Im neuen Roman der bemerkenswerten türkischen Autorin geht es um Ehrenmord

Elif Shafak ist eine der meistgelesenen türkischen Autorinnen. Ihre Bücher avancieren regelmäßig innerhalb kurzer Zeit zu Bestsellern in der Türkei. Das ist mehr als bemerkenswert und wirft ein positives Bild auf die türkische Leserschaft, die sich in den letzten fünfzehn Jahren immens gewandelt und intellektuell geöffnet hat. Denn Elif Shafak ist gleichzeitig auch eine sehr unbequeme Autorin, die stets das Seichtwasser des literarischen Mainstreams gemieden und ihre Themen überwiegend in der No-go-Zone der Selbstwahrnehmung der türkischen Gesellschaft gesucht und gefunden hat. (mehr …)

Mohsin Hamid: »So wirst du stinkreich im boomenden Asien«

 

Vom Underdog zum Millionär

Eine ironische und doch einfühlsame Aufsteiger-Geschichte in Ratgeberform

Pakistan! Wer denkt da nicht zuerst an politische und militärische Krisen, die das Land seit Jahren in Atem halten. Eine Atommacht mit 173 Millionen Einwohnern und einer instabilen Regierung, ständig im Clinch mit dem Nachbarn Indien, ständig bedroht von der Machtübernahme der Islamisten, ständig am Rande des Chaos, ständig mit negativen Schlagzeilen in den westlichen Medien präsent.

Wenige nehmen hierzulande wahr, dass inmitten dieses Chaos großartige Literatur pakistanischer Autoren entsteht. Und das schon seit Jahren. (mehr …)

Mathias Énard: »Straße der Diebe«

 

Von der Ungerechtigkeit Gottes

Ein arabischer Abenteuer- und Bildungsroman der besonderen Art

Wenn es nach Preisen und Auszeichnungen geht, so hat der Franzose Mathias Énard einiges vorzuweisen. Alleine schon für seinen fulminante Roman »Zone« (2008) erhielt er in Frankreiche den »Prix Décembre« und den »Prix du Livre Inter« und in Deutschland den »Candide Preis 2008«. Ungewöhnlich war dieses knapp 600 Seiten starke Buch allemal: In 21 Kapitel bietet Enard einen endlos langen Gedankenstrom, der ohne einen einzigen Punkt auskommt und die Leser wie ein Sog mit sich zieht. Dabei seziert Enard das Leben und Sterben rund um das Mittelmeer von der Antike bis zum heutigen Tag. Selbst zurückhaltende Kritiker sprachen von einem »literarischen Wunder«. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an Énards neuen Roman »Straße der Diebe«. Um es vorab zu sagen: An das Mammutwerk »Zone« kann der neue Roman nicht reichen. Aber das wäre ja auch ein neues Wunder. (mehr …)

Amity Gaige: »Schroders Schweigen«

 

Die Liebe eines Vaters

Amity Gaige bietet mehr als eine Scheidungsgeschichte

»Niemanden kümmert es, ob du glücklich bist oder nicht, wozu also auf Erlaubnis warten?« Das denkt sich der ehemalige Immobilenmakler Eric Kennedy und bricht mit seiner sechsjährigen Tochter Meadow zu einem »Abenteuerausflug« auf anstatt sie nach der vereinbarten Besuchszeit zu seiner Ex-Frau Laura zurückzubringen. Keine Frage: Es ist eine spontane Idee. Eine böse Handlung kann man Eric beim besten Willen nicht unterstellen. Es ist die Liebe zu seiner kleinen Tochter, die ihn antreibt. Und Ohnmacht. Und Verzweifelung. Und Ungerechtigkeit, die er zutiefst empfindet, nachdem er im Schlepptau des unfähigen Rechtsanwalts Thron den Sorgerechtstreit mit seiner Ex-Frau Laura verloren hat. (mehr …)

Zülfü Livaneli: »Serenade für Nadja«

 

Ein schmerzlicher Blick in die Vergangenheit

Ein fesselnder Roman über ein dunkles Kapitel türkischer Geschichte

Zülfü Livaneli ist hierzulande weitaus weniger bekannt als sein Landsmann Orhan Pamuk. Viel zu unrecht, zumal der Nobelpreisträger selbst feststellt: »Livaneli ist eine unverzichtbare Autorität in der kulturellen und politischen Szene der Türkei.« Man kann diese Einschätzung auch anders ausdrücken: Livaneli ist eine schillernde Figur in der türkischen Kulturlandschaft. Die Betonung liegt auf »Kultur«, denn der Mann ist vielseitig. (mehr …)

Hiromi Kawakami: »Bis nächstes Jahr im Frühling«

 

Von der Vergänglichkeit der Liebe

Die Meisterin des Minimalismus und der zarten Andeutung schreibt

Als die 1958 geborene Hiromi Kawakami die literarische Bühne Japans betrat, war sicher nicht abzusehen, dass ihr eines Tages solch ein Erfolg beschieden werden würde. Mehr noch: Die Literaturkritik nahm schlichtweg keine nennenswerte Notiz von ihr. Das war auch verständlich, denn sie veröffentlichte 1980 unter dem Pseudonym Yamada Hiromi ihre erste Science-Fiction-Erzählung, der noch weitere folgten. Dieser erste Anlauf verlief im Sand.

Der zweite hingegen verlief wie aus dem Wunschbuch angehender Autorinnen: Nach Jahren der Schreibpause, in der sie als Biologin arbeitete, erschien 1994 die erste Sammlung literarischer Erzählungen, die vielfach beachtet wurde. (mehr …)

Saphia Azzeddine: »Zorngebete«

 

Am Arsch der Welt

Eine drastische Geschichte vom Hirtenmädchen zur Hure

Die Ansage ist kurz und klar: »Sie brauchen gar nicht ›bäh!‹ zu sagen. Ich werde keine Poesie hineinlegen, wo keine ist.« Und in dem Auftakt des Romans liegt wahrlich keine Poesie: Jbara ist sechzehn Jahre alt und wird gevögelt. Von hinten. Von dem Hirten Milioud. Er stinkt. Weil Jbara aber auch stinkt, hebt sich das am Ende auf. Milioud grunzt wie ein Schwein und vögelt »wie ein Kamel, mit schwitzenden Eiern«. Das Elend stinkt nach Arsch. »Und Milouds Arsch hat nie Wasser gesehen«. (mehr …)

Elif Shafak: »Die vierzig Geheimnisse der Liebe«

 

Du bist Wind und ich bin Feuer

Eine literarische Hommage an den islamischen Mystiker Rumi

»Er ist kein Prophet, und doch hat er ein Buch!« Der so Gepriesene ist Dschalal ad-Din Rumi (1207 – 1273), der größte Mystiker und einer der wichtigsten Dichter in der islamischen Geschichte. Rumis Hauptwerk »Mathnawi« enthält mit seinen rund 27 000 Doppelversen die gesamte Tradition der islamischen Mystik im Mittelalter und wird bis heute in tiefer Verehrung als »Der Koran in persischer Sprache« bezeichnet. (mehr …)

Marina Lewycka: »Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere«

 

Bergarbeiter sind die Hebammen des Sozialismus!

Ein Roman voller Klamauk, Konflikt und Kuriosität

Manche Schriftsteller-Karrieren starten spät, zünden dann aber wie eine Rakete, um ein demonstrativ plakatives Bild zu benutzen. So geschah es bei Marina Lewycka, die bis dato an der Sheffield Hallam University im Bereich Medienwissenschaft unterrichtet: Sie veröffentlichte mit knapp 60 Jahren ihren fulminanten Debütroman »Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch«, der die Bestsellerlisten stürmte und innerhalb kurzer Zeit in fast drei Dutzend Sprachen übersetzt wurde. Die Überraschung gelang ihr im Jahre 2005 und bescherte uns mit der ukrainisch-britischen Immigrantenburleske eine angenehme Abwechslung inmitten der unseligen Vampir-und-Fantasy-Fortsetzungsromane der Twilight-Saga um Edward, Bella und Co. (mehr …)

Jakob Arjouni: »Bruder Kemal. Kayankayas fünfter Fall«

 

Der deutsch-türkische Straßenköter

Kemal Kayankaya ermittelt nach über zehn Jahren wieder in Frankfurt

Wie grausam kann ein Schriftsteller bloß sein! Erst lässt uns der in Berlin lebende Jakob Arjouni zehn lange Jahre warten. Dann liefert er uns auch noch einen völlig veränderten Privatdetektiv Kemal Kayankaya, den wir kaum wieder erkennen! Und doch lesen wir begierig Zeile für Zeile und sind dankbar, dass »Bruder Kemal« endlich wieder im Einsatz ist und im Frankfurter Dreck wühlt. (mehr …)

Steve Stern: »Der gefrorene Rabbi«

 

Aus einem polnischen Ghetto in die Moderne

Jüdische Erzählkultur mit skurrilem Personal und viel Humor

Der 1947 in Tennessee geborene Jude Steve Stern ist alles andere als ein Anfänger. Er weiß, dass ein Romanauftakt nicht wie die Einleitung einer Magisterarbeit klingen darf. Entsprechend furios beginnt sein neues Werk, das in Memphis angesiedelt ist.

Auf der Suche nach einem Stück Leber für eine neue Masturbationstechnik entdeckt der jüdische Teenager Bernie Karp in der Tiefkühltruhe seiner Familie einen alten Mann in einem großen grünlichen Eisblock. Vom Vater Julius erfährt der geschockte Bernie, dass es sich um einen gefrorenen Rabbi handelt, eine Art »Familientradition«. Mal etwas anderes als »präparierte Haustiere im Speicher«. Dumm nur, dass bei einem nächtlichen Stromausfall der Eis-Rabbi auftaut und plötzlich vor Bernie steht. (mehr …)

Shahriar Mandanipur: »Eine iranische Liebesgeschichte zensieren«

 

Eine unmögliche Liebesgeschichte

Ein guter Roman ist die beste Rache!

Eine iranische Liebesgeschichte. Drei Worte – ein Paradoxon! Denn wie soll eine Liebesgeschichte überhaupt entstehen in einem Land, in dem ein Heer von Tugendwächtern mit Argusaugen die Öffentlichkeit kontrolliert, in dem jede Begegnung der Geschlechter vor der Ehe verboten ist, in dem nicht einmal verheiratete Paare auf offener Straße eindeutige Blicke oder zärtliche Berührungen austauschen dürfen.

Und was in der Realität verboten ist, darf in der Literatur auch nicht dargestellt werden, denn es könnte ja die Menschen zu unsittlichem Verhalten verführen. (mehr …)

Baha Taher: »Die Oase«

 

Tod in der Wüste

Eine postkoloniale Parabel aus Ägypten

Der 1935 im oberägyptischen Karnak geborene Baha Taher gehört zu der Generation Intellektueller, die den nationalen Befreiungskampf gegen die britischen Kolonialherren bewusst miterlebt haben und sich 1952 mit den Zielen der Revolution unter Gamal Abd el-Nasser identifizierten. Aber das Verhältnis zur Ära des legendären Helden des arabischen Nationalismus einerseits und sein politisches Vermächtnis unter Präsident Anwar as-Sadat andererseits blieben geprägt von einer großen Unzufriedenheit.

Folglich verließ Taher seine Heimat Ägypten und arbeitet rund zwanzig Jahre als Übersetzer bei der UNO in Genf bis er schließlich 1995 zurückkehrte. In den folgenden Jahren avancierte er mit seinen Romanen zu einem der meistgelesenen Autoren in der arabischsprachigen Welt und wurde in Ägypten mehrfach ausgezeichnet. Für seinen jüngsten Roman »Die Oase« erhielt er 2008 den mit 50.000 Dollar dotierten und erstmals verliehenen »Arabic Booker Prize« für den besten arabischen Roman. (mehr …)

Zafer Senocak: »Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift«

 

Jenseits der deutschen Leitkultur

Zafer Senocak beschäftigt sich mit der Frage nach deutscher Identität

Zafer Senocak ist mit Sicherheit ein Mann, dem Thilo Sarrazin nicht begegnen möchte, damit dieser Wahl-Berliner nicht sein Weltbild vom ungebildeten Migranten und sein herbeigeschriebenes Untergangszenario für Deutschland in Wanken bringen soll. Senocak ist auch ein Mann, dem Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer wohl noch nicht begegnet ist, denn sonst hätte man schon längst in den Medien ein Schwärmen darüber vernommen, wie sehr Senocak mit seiner »story of success« dem von Seehofer geforderten Bekenntnis zur deutschen Sprache nachgekommen ist. (mehr …)

Orhan Pamuk: »Cevdet und seine Söhne«

 

Ein Jahrhundert der Umbrüche

Pamuks Romandebüt überzeugt durch literarische Reife und psychologisches Einfühlungsvermögen

Die Biographie des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk ist sicherlich keine gewöhnliche für türkische Verhältnisse: 1952 in Istanbul geboren und aufgewachsen in einem gutbürgerlichen Ambiente mit Bediensteten, besuchte er die elitäre amerikanische Schule hoch über den Ufern des Bosporus. Später studierte er dem Wunsch der Familie folgend Architektur und Zeitungswissenschaften. Einer beruflichen Karriere stand eigentlich nichts im Weg. Nur die eigenen Wünsche und Lebensträume. Und die bestehen für den jungen Pamuk in der Hinwendung zur Literatur. Mit 22 Jahren fasst er den Entschluß, gegen den Willen der Familie Schriftsteller zu werden und widmet sich fortan mit Leib und Seele dem Schreiben. (mehr …)

Lauren Grodstein: »Die Freundin meines Sohnes«

 

Im Trümmerfeld des Lebens

Ein beklemmendes Porträt einer amerikanischen Mittelklassefamilie

Pete Dizinoff hat alles im Leben, was sich ein amerikanischer Familienvater der gehobenen Mittelschicht nur wünschen kann. Er ist ein angesehener Internist mit eigener Praxis in einem guten Wohnviertel, seine hübsche Frau Elaine unterrichtet an der Universität, sein Sohn Alec, das lang ersehnte und einzige Wunschkind, genießt die beste Ausbildung und steht kurz vor dem College. Die Familie bewohnt ein schönes eigenes Haus in New Jersey, nimmt rege an diversen Clubaktivitäten und jüdischem Gemeindeleben teil und pflegt insbesondere mit dem Ehepaar Joey und Iris eine seit vielen Jahren bestehende enge Freundschaft.

Alles läuft in geordneten Bahnen also. Besser gesagt: lief in geordneten Bahnen! Denn innerhalb kurzer Zeit wird aus der idyllischen Wohlstandsharmonie ein Trümmerfeld des Lebens. (mehr …)

Najat El Hachmi: »Der letzte Patriarch«

 

Vom Untergang und von der Befreiung

Najat El Hachmis Familiendrama geht unter die Haut

Najat El Hachmi ist eine recht junge Stimme in der katalanischen Literaturlandschaft. Die 1979 in Marokko geborene Autorin wuchs seit ihrem achten Lebensjahr in Katalonien auf und sorgte erstmals 2004 mit dem vieldiskutierten Essay »Auch ich bin Katalanin« für Aufsehen. Für ihren 2008 auf Katalanisch verfaßten Debütroman »Der letzte Patriarch« erhielt sie für viele Beobachter überraschend den »Premi Ramon Llull«, den wichtigsten und höchstdotierten Literaturpreis Kataloniens. Das ist sicher nicht der einzige Grund, sich diesem Roman zu widmen, der mittlerweile in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. (mehr …)

Leila Marouane: »Das Sexleben eines Islamisten in Paris«

 

Die Last mit der Lust und Liebe

Leila Marouanes provozierender Roman über algerische Migranten

»Al-jannatu tahta aqdami al-umahat.« – »Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter.« Ein berühmter Ausspruch des Propheten Muhammed, der verdeutlichen soll, welche Bedeutung der Mutter innerhalb einer Familie zukommt und warum die Kinder ihr noch vor dem Vater den höchsten Respekt entgegenbringen sollen. Diesen vorbildlichen Worten des verehrten Propheten folgt auch Mohammed Ben Mokhtar, ein Franzose algerischer Herkunft, der in Leila Marouanes aufwühlendem Roman der Ich-Erzähler ist.

Mokhtar ist zwar schon vierzig Jahre alt und verdient als erfolgreicher Banker astronomisch viel Geld, doch er bewohnt noch immer mit seinem jüngeren Bruder und seiner Mutter eine kleine enge Wohnung in einem tristen Pariser Banlieue. Zu all dem kommt noch hinzu, dass er in sexueller Hinsicht eine »Jungfrau« ist. (mehr …)

Ariel Magnus: »Ein Chinese auf dem Fahrrad«

 

Allein im Chinatown von Buenos Aires

Ein furioser Roman über eine Entführung mit Folgen!

Der argentinische Autor Ariel Magnus weiß genau, dass der Anfang eines Romans sich nicht wie die Einführung einer Diplomarbeit in ein sprachwissenschaftliches Thema lesen darf. Deswegen beglückt er die Leser seines Romans »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem furiosen Auftakt einer Entführung. (mehr …)

Sinan Antoon: »Irakische Rhapsodie«

 

Feuer auf die Buchstaben

Ein verstörender Roman über den Irak zu Zeiten Saddam Husseins

Der »Erste Golfkrieg« von 1980 bis 1988 war eine der blutigsten Auseinandersetzungen zwischen zwei Ländern in den letzten 40 Jahren. Dieser Krieg zwischen Iran und Irak kostete weit über einer Million Menschen das Leben und doch drang er kaum in den Blickpunkt der deutschen Öffentlichkeit. Mit diesem Krieg hat Sinan Antoons Roman nicht direkt etwas zu tun, wohl aber mit seinen Auswirkungen und den Zuständen im Irak während dieser Jahre.

Antoons Hauptfigur ist der Anglistik-Student Furat, der als Ich-Erzähler fungiert und gleich zum Auftakt des Romans an der Uni inhaftiert wird. Hier im Gefängnis bekommt er von einem Mitinsassen namens Achmad Papier zugesteckt. Furat zögert zunächst, bevor er sich dazu entschließt, über sein Leben während der Kriegszeit, seine Sehnsüchte und Erinnerungen der vergangenen Jahre und auch über die Zustände im Gefängnis zu schreiben. Dabei nimmt er die Allmacht der Baath-Partei Saddam Husseins, die strikten Verordnungen und Reglementierungen des Lebens durch die Partei genauso aufs Korn wie die permanente Überwachung und die Absurdität des Personenkults um den »Größten Führer aller Zeiten«. (mehr …)

Aatish Taseer: »Terra Islamica«

 

Die Tyrannei der Belanglosigkeiten

Auf der Suche nach der islamischen Identität

Das Thema »Islam« ist immer gut für hitzige Diskussionen ebenso wie für Ressentiments und Vorurteile. Minarettverbot, Kopftuch, Burka und die gern verteufelte Scharia, das islamische Recht, sind nur einige der Schlagworte. Die vielen Publikationen über Fundamentalismus, Terrorismus, unterdrückte Frauen und so weiter und so fort verstärken die vorhandenen Klischees eher. Da stechen die wenigen Bücher ins Auge, die lesenswert und informativ sind. Aatish Taseers »Terra Islamica« gehört zu diesen nennens- und empfehlenswerten Büchern. (mehr …)

Mariam Kühsel-Hussaini: »Der Gott im Reisfeld«

 

Sehnsüchtige Erinnerung

Mariam Kühsel-Hussainis anrührende Afghanistan-Hommage

Keine Frage: Afghanistan ist immer noch ein kriegszerrütteltes Land, in dem sich die wenigsten an Zeiten des Friedens erinnern können. Ein zum großen Teil unwirtliches Land in dem mehr tödliche Minen liegen als irgendwo sonst auf der Welt. Ein von Leid geplagtes Land, in dem die Kommunisten putschten, in dem die Taliban ihr despotisches Regime ausübten, in dem heute al-Qaida neues Territorium absteckt, Warlords, Provinzgouverneure und auch die Regierung um ihren Anteil an der Macht kämpfen.

Und doch ist Afghanistan auch ein Land, dass heute noch Menschen bezaubern und sogar begeistern kann. (mehr …)

Orhan Pamuk: »Das stille Haus«

 

Es rumort fürchterlich im Haus

Orhan Pamuks Frühwerk glänzt durch literarische Reife und psychologisches Einfühlungsvermögen

Es gab eine Zeit, da war es sehr still um den späteren Nobelpreisträger Orhan Pamuk: Mit 23 Jahren faßt er den Entschluß, Schriftsteller zu werden und widmet sich fortan ganz dem Schreiben. Von der Mutter finanziell unterstützt, zieht er sich in das abgeschiedene Ferienhauses der Familie auf einer kleinen Insel vor Istanbul zurück und schreibt jede freie Minute. Für sein erstes, über 800 Seiten starkes Manuskript »Cevdet Bey und seine Söhne« erhält er sogar eine Auszeichnung, doch er findet keinen Verleger. Pamuk schreibt acht Jahre lang unbeirrt weiter, Jahr um Jahr ohne öffentlichen Widerhall und ohne Publikation. (mehr …)

Volker Mauersberger: »Kalte Wut. Der Fall Rinsche«

 

Mord mit einem Bügeleisen

Ein packender Roman über einen realen Mordfall in der Nachkriegszeit

Manchmal gibt es Themen, die einen das ganze Leben lang verfolgen, zu denen die Gedanken ständig zurückkehren. So erging es auch Volker Mauersberger. Der promovierte Journalist arbeitete lange Zeit als Auslandskorrespondent für Die Zeit, Die Woche und später auch für die ARD. Er bereiste dabei die ganze Welt, doch stets kehrten seine Gedanken zurück an einen kleinen Ort in Westfalen: Gevelsberg, am Rande des Ruhrgebiets zwischen Hagen und Wuppertal gelegen, war die Heimatstadt des Journalisten
und – als dieser gerade zehn Jahre alt war – der Tatort eines spektakulären Mordfalls. (mehr …)

Mahmud Doulatabadi: »Der Colonel«

 

Die Last eines Jahrhunderts

Mahmud Doulatabadi rechnet nicht nur mit dem iranischen Regime ab

Wer bei der iranischen Zensurbehörde in Teheran arbeitet, hat zumeist keinen schwierigen Job. Denn was gesagt werden darf, ist klar umrissen, die Tabuthemen sind gut abgesteckt und im Zweifelsfall steht das despotische Regime mit Drohung, Haft und Folter hinter einem. Nach vielen Jahren des geistigen Terrors und der Unterdrückung, haben viele iranische Literaten die Grenzen des Erlaubten verinnerlicht, um der Zensur zu entgehen. So genügen manchmal einige wenige Kürzungen und Umformulierungen, damit ein Buch erscheinen kann.

Ganz anders sieht es mit Mahmud Doulatabadis Roman »Der Colonel« aus. Er ist ein literarisches Pulverfaß! (mehr …)

Mohammed Hanif: »Eine Kiste explodierender Mangos«

 

Mehr als die üblichen Verdächtigen

Mohammed Hanifs bitterböse Real-Satire über den pakistanischen Diktator Zia ul-Haq

Der Großmeister John Le Carré ist nicht nur für seine sarkastischen Agententhriller, sondern auch für sein britisches understatement bekannt. Wenn er ein Buch als „geistreich, elegant und herrlich anarchisch“ rühmt, so muss man die Ohren spitzen! Und in der Tat: „Eine Kiste explodierender Mangos“ zählt zu den besten Büchern dieses Frühjahres. Zur kleinen Sensation wird das Buch, weil es nicht aus der Feder eines Altmeisters stammt. Der pakistanische Journalist Mohammed Hanif schrieb dieses beeindruckende Debüt, das ihm den Commonwealth Writers’ Prize bescherte. (mehr …)

Helen Garner: »Das Zimmer«

 

Danach kommt der Tod

Helen Garners ergreifender Roman über Tod und Freundschaft

Literatur aus Australien findet nicht häufig den Weg in die Regale deutscher Buchhandlungen. Umso erfreulicher, dass Helen Garners schmaler Roman »Das Zimmer« dazugehört. Mehr noch: Dieser Band ist ein kleiner Glücksfall im literarischen Sommer des Jahres. Bislang ist das der einzige Titel von Helen Garner auf dem deutschen Buchmarkt. Doch das dürfte sich nach »Das Zimmer« sicher bald ändern. Zu wünschen wäre es, denn die 1942 geborene Garner hat viel zu bieten. (mehr …)

Navid Kermani: »Wer ist wir? Deutschland und seine Muslime«

 

Eine ruhige Stimme in der Integrationsdebatte

Navid Kermanis Streitschrift über Muslime in Deutschland.

Der in Köln lebende iranische Schriftsteller Navid Kermani erlebte einen »Popularitätsschub«, über den er sich sicher gefreut hätte, wenn denn die Umstände nicht so unangenehm gewesen wären. Was war geschehen? Der hessische Ministerpräsident Koch wollte den Kulturpreis seines Bundeslandes in diesem Jahr an Protagonisten des interreligiösen Dialogs vergeben und wählte (bzw. ließ wählen) den Mainzer Kardinal Lehmann, den Ex-Präsidenten der evangelischen Kirche in Hessen, Steinacker, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Frankfurt, Salomon Korn, und eben Kermani als »Vertreter« der Muslime. (mehr …)

Andrea Busfield: »Mauertänzer«

 

Im Schatten der Taliban geboren

Andrea Busfields anrührend unterhaltsamer Afghanistan-Roman

Afghanistan. Ein kriegszerrütteltes Land, in dem sich die wenigsten an Zeiten des Friedens erinnern können. Ein unwirtliches Land, in dem nach Berechungen der UNO mehr Minen liegen als irgendwo sonst auf der Welt. Ein von Leid geplagtes Land, in das die Sowjets einmarschierten, in dem die Taliban ihr despotisches Regime ausübten, in dem heute al-Qaida neues Territorium absteckt, Warlords, Clans, Provinzgouverneure und auch die Regierung um ihren Anteil an der Macht kämpfen.

Und doch ist Afghanistan auch ein Land, dass Menschen bezaubern und sogar begeistern kann. Die britische Journalistin Andrea Busfield gehört zu diesen Menschen. Sie bereiste 2001 erstmals Afghanistan, verliebte sich »mit Haut und Haaren« in das Land und lebte danach für einige Jahre als Redakteurin in Kabul. (mehr …)

Frankfurter Buchmesse 2008: Gastland Türkei

 

Auf dem Weg in die Postmoderne

Ein kleiner Einblick in die türkische Literaturlandschaft

Ein Blick zurück in die 1960er Jahre, fördert ein gravierendes Missverhältnis zutage: Während allein von Franz Kafka in den 1960er Jahren zwölf Bücher in türkischer Übersetzung erschienen, betrug die gesamte Ausbeute übersetzter Titel aus dem Türkischen in Deutschland zwölf Titel. In den 1970er Jahren stieg die Zahl der Übersetzungen aus dem Türkischen auf 31 Bücher an. (mehr …)

Oya Baydar: »Verlorene Worte«

 

Die Berge stehen in Flammen

Oya Baydars geschichtenpraller Roman über den Ost-West-Konflikt in der Türkei

Wer über das Werk der 1940 geborenen Oya Baydar recherchiert, sieht sich überrascht: In den meisten türkischsprachigen Anthologien wird sie als Autorin nicht erwähnt. Kaum nachvollziehbar, zumal sie für einige ihrer Romane mit angesehenen Literaturpreisen in der Türkei ausgezeichnet wurde. Wer sich mit Oya Baydars Biographie beschäftigt, wird als Grund für diese Ausgrenzung ihre dezidiert linke und sozialistische Gesinnung vermuten. (mehr …)

Hans Jansen: »Mohammed. Eine Biographie«

 

Die Demontage des Propheten Mohammed

Der Arabist Hans Jansen lässt kein gutes Haar an dem Propheten des Islam

Wer sich mit gläubigen Muslimen über den Stifter ihrer Religion unterhält, bekommt manchmal den Eindruck, als würde er alles andere im Islam in den Schatten stellen, so immens ist die Verehrung des Propheten Mohammed. Dabei steht nicht er im Mittelpunkt dieser Offenbarungsreligion, sondern der Koran, das eigentliche »Wunderwerk« im Islam, das heilige Buch der Muslime, das ihrer Überzeugung nach die Offenbarungen Gottes in arabischer Sprache enthält. (mehr …)

Alek Popov: »Die Hunde fliegen tief«

 

Von Heuschrecken und Underdogs

Alek Popovs grotesker Roman über Bulgaren in New York

Auch so kann man die Menschen einsortieren, zumindest die Bulgaren: in EBAL – »erfolgreiche Bulgaren außer Landes«, in BVIL – »bulgarische Versager im Lande«, und schließlich in DBÄ – die »diebischen bulgarischen Ärsche«. Das zumindest ist die Weltsicht des jungen Bulgaren Ned. Es liegt auf der Hand, dass Ned zu den EBAL gehört.

Er ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, der in New York Karriere gemacht hat, zu dessen Alltag »verschwenderische Abendessen auf Kosten der Firma« ebenso gehören wie luxuriöse Hotels und Flüge erster Klasse. Denn Ned ist mit Firmenübernahmen dick im Geschäft. Dumm nur, dass sich sein Bruder Ango ankündigt, ein klassischer Fall von BVIL. (mehr …)

Matt Beynon Rees: »Der Verräter von Bethlehem«

 

Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Matt Beynon Rees’ Krimi mit Schauplatz Palästina

Wer etwas von den Palästinensern und den palästinensischen Gebieten hört, denkt mit Sicherheit zunächst an Flüchtlingslager und Elend, an die Intifada und Hamas, an Anschläge und einen viel beschworenen Frieden, der in utopischer Ferne zu sein scheint. Aber bestimmt nicht an einen Kriminalroman! (mehr …)

Dietmar Herz: »Die Amerikaner im Krieg«

 

Viele Gefechte und ein Pyrrhus-Sieg

Dietmar Herz berichtet über den Irak-Krieg

»Wer die Hölle als das bezeichnet, was sie ist, hat damit natürlich noch nicht gesagt, wie man Menschen aus dieser Hölle herausholen und das Höllenfeuer eindämmen kann.« Dieses Zitat der Autorin und Kritikerin Susan Sonntag führt Dietmar Herz, Professor für Vergleichende Regierungslehre an der Universität Erfurt, gegen Ende seines Buches an. (mehr …)

Sean Rowe: »Traumschiff«

 

Von alten Rechungen und kaputten Familienverhältnissen

Ein überzeugendes Krimidebüt mit überraschenden Wendungen

Keine Frage: Man kann sicher auf angenehmere Weise zum Schreiben finden als der Amerikaner Sean Rowe. Der geriet nach einer Party vor einen fahrenden Zug, überlebte wie durch ein Wunder und zog sich nach Monaten im Krankenhaus auf eine einsam gelegene Farm in North Caroline zurück. Dort schrieb er seinen Romandebüt »Traumschiff«, eine Geschichte, die wie eine Dampflok den Leser niederwalzt. (mehr …)

Udo Ulfkotte: »Heiliger Krieg in Europa«

 

Der Untergang des Abendlandes

Udo Ulfkotte warnt vor einer islamischen Weltverschwörung

Wer Udo Ulfkottes Buch »Heiliger Krieg in Europa« aufschlägt, begegnet auf Seite vier einem Zitat von Oriana Fallaci, das hellhörig macht. Darin attestiert Fallaci: »Europa ist nicht mehr Europa, es ist Eurasien, eine Kolonie des Islam …«
Erinnern wir uns: Es ist die selbe Fallaci, die nach den Anschlägen des 11. September der gesamten islamischen Welt den Krieg erklärte und behauptete, dass die Moscheen Europas »bis zum Überdruss von Terroristen oder solchen, die es werden wollen« wimmeln und dass »die Söhne Allahs sich wie Ratten vermehren«. Solch ein Zitat an so exponierter Stelle – kein glücklicher Griff, mag man denken. Doch wer das Buch bis zum Ende liest, kommt zu der Überzeugung, dass dieses Zitat dieser Autorin wohl mit Bedacht gewählt worden ist. (mehr …)

Asfa-Wossen Asserate: »Ein Prinz aus dem Hause David«

 

Über das Leben im unfreiwilligen Exil

Asfa-Wossen Asserates Erinnerungen und seine Hommage auf Deutschland

»Wer das Exil nicht kennt, begreift nicht, wie grell es unsere Schmerzen färbt, und wie es Nacht und Gift in unsere Gedanken gießt«. Dieser Satz von Heinrich Heine sollte für Asfa-Wossen Asserate über Nacht zu einem denkwürdigen Zitat werden. Dabei sah es lange Zeit anders aus. Das Wort Exil kannte Asserate bis zu seinem 26. Lebensjahr allenfalls aus Büchern und von Klassikern wie Heine. (mehr …)

Yasar Nuri Öztürk: »Der verfälschte Islam«

 

Der türkische Martin Luther des Islams

Der populäre Theologe Öztürk widerlegt die Islamisten

Wären die Forschungsergebnisse des Istanbuler Rechtsanwaltes, Theologie-Professors und Bestsellerautors Yasar Nuri Öztürk in Deutschland so bekannt wie in der Türkei, hätte es Mitte März das »Koran-Urteil« jener Frankfurter Richterin wohl kaum gegeben. Diese hatte das Schlagen der Ehefrau als in der islamischen Welt durchaus üblich und als durch den Koran gestützt erklärt.

Aber wenn Koran-Exegese so einfach wäre, brauchte es den islamischen Theologen Öztürk nicht. Denn der belehrt uns in seinem bei Grupello erschienenen Buch »Der verfälschte Islam« eines Besseren: Islam ist das, was im Koran steht und nicht die arabische Tradition. (mehr …)


Powered by Wordpress |