Als Schüler begann Nevfel Cumart in Stade erste journalistische Texte zu verfassen, die in der örtlichen Presse veröffentlicht wurden. Als Schwerpunkt dieser Arbeiten kristallisierten sich im Laufe der Jahre Literaturkritiken heraus. Seit 1992 leitet Nevfel Cumart die Literaturredaktion des Bamberger Stadtmagazins »Fränkische Nacht« und ist freier Mitarbeiter im Feuilleton der Zeitungen »Fränkischer Tag« und »Nürnberger Nachrichten«. Hier können Sie einige seiner Rezensionen aus der letzten Zeit lesen:
Sehnsüchtige Erinnerung
Mariam Kühsel-Hussainis anrührende Afghanistan-Hommage
Keine Frage: Afghanistan ist immer noch ein kriegszerrütteltes Land, in dem sich die wenigsten an Zeiten des Friedens erinnern können. Ein zum großen Teil unwirtliches Land in dem mehr tödliche Minen liegen als irgendwo sonst auf der Welt. Ein von Leid geplagtes Land, in dem die Kommunisten putschten, in dem die Taliban ihr despotisches Regime ausübten, in dem heute al-Qaida neues Territorium absteckt, Warlords, Provinzgouverneure und auch die Regierung um ihren Anteil an der Macht kämpfen.
Und doch ist Afghanistan auch ein Land, dass heute noch Menschen bezaubern und sogar begeistern kann. (weiterlesen…)
Mehr als die üblichen Verdächtigen
Mohammed Hanifs bitterböse Real-Satire über den pakistanischen Diktator Zia ul-Haq
Der Großmeister John Le Carré ist nicht nur für seine sarkastischen Agententhriller, sondern auch für sein britisches understatement bekannt. Wenn er ein Buch als „geistreich, elegant und herrlich anarchisch“ rühmt, so muss man die Ohren spitzen! Und in der Tat: „Eine Kiste explodierender Mangos“ zählt zu den besten Büchern dieses Frühjahres. Zur kleinen Sensation wird das Buch, weil es nicht aus der Feder eines Altmeisters stammt. Der pakistanische Journalist Mohammed Hanif schrieb dieses beeindruckende Debüt, das ihm den Commonwealth Writers’ Prize bescherte. (weiterlesen…)
Eine ruhige Stimme in der Integrationsdebatte
Navid Kermanis Streitschrift über Muslime in Deutschland.
Navid Kermani ist ein kluger Kopf und ein scharfsinniger Beobachter der deutschen Zustände. Er ist zudem ein profunder Islamwissenschaftler, der zu praxisnahen Analysen fähig ist. Jetzt kommt noch das i-Tüpfelchen: Der Mann kann schreiben, kann herrlich präzise und unaufgeregt formulieren. Das macht sein Buch neben dem Erkenntnisgewinn zu einer sehr angenehmen Lektüre inmitten all der pseudo-wissenschaftlichen Bücher zum Thema „Islam in Deutschland“. (weiterlesen…)